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Test und Bewertung: Tales of Monkey Island

Zum Review:

News: Tales of Monkey IslandHurra - Monkey Island ist zurück. Nun ja, zunächst nur Englisch und häppchenweise - aber immerhin. Als geneigter Fan wagte man ja schon gar nicht mehr daran zu glauben, je noch ein neues Monkey Island zu Gesicht zu bekommen. Aber der Reihe nach: Eben ist Episode 1 von 5 der neuen "Tales of Monkey Island" erschienen. Titel "Launch of the Screaming Narwhal" die weiteren Episoden sollen im Monatsrhythmus - also etwa bis November - folgen. Die Episoden sind ausschließlich als Paket und nur im Internet zu haben. Aber es gibt eine Demo.

Eine deutsche Version wird angestrebt, aber da gibt es bisher nichts definitives zu berichten. Wer sich auf Englisch ranwagen möchte, sei hiermit gewarnt: Die Charaktere sprechen recht schnell, zum Teil mit Dialekt und Akzent. Außerdem benutzen sie natürlich Piraten- und Seefahrervokabular. Nur mal 3 Worte als Beispiel: swashbuckler, flotsam, manatee.

Ein paar Fakten:

- Das Spiel wurde von Telltale Games entwickelt, die ja schon den Lucas Arts Klassiker "Sam & Max" erfolgreich wiederbelebt haben. Lucas selbst ist aber diemal auch an Bord.

- Einige Entwickler der original Monkey Island Spiele waren auch diesmal beteiligt. Ich nenne nur Dave Grossman (Design) und Michael Land (Musik). Sogar Ron Gilbert persönlich war zumindest beim Brainstorming dabei.

- Viele original (Englische) Stimmen - allen voran Dominic Armato als Guybrush sind wieder mit dabei.

Die folgenden Bewertungen sind insofern mit Vorbehalt zu betrachten, als ja bisher nur die erste Episode vorliegt. Speziell wo die Story noch hinführt wird sich ja erst zeigen.


Story:

MI5 - Bild 1LeChuck hat Elaine entführt - mal wieder. Also muss Guybrush zur Rettung eilen, um Le Chuck ein für alle Mal - *hust* - zu stoppen. Und Guybrush Threepwood wäre nicht er selbst, wenn das Ganze nicht erstmal kräftig schief laufen würde. So findet er sich also auf einer einsamen Insel tief in der Karibik wieder, von der er schleunigst wieder herunter muss. Neben den üblichen Kleinigkeiten - Schiff, Mannschaft, Karte und so - gibt es aber ein erhebliches Problem. Keiner kommt von der Insel weg, weil der Wind immer aussschließlich landeinwärts bläst. Wäre das nicht genug, entwickelt Guybrushs Hand nun auch noch ein Eigenleben...

MI5 - Bild 2Die Story beginnt etwas unvermittelt, ohne Anschluß an den Vorgänger. Man ist fast die ganze Episode damit beschäftigt von der Insel zu kommen. Aber die folgenden Verwicklungen deuten sich schon an. Die erste Episode mündet dann im Cliffhanger. Es steht zu vermuten, dass dies auch bei den anderen Episoden so sein wird. sehr gut.


Grafik:

MI5 - Bild 3Der Tradition folgend sieht Guybrush im 5. Spiel auch zum fünften mal anders aus. :) Aber sehr gut wie ich finde. Die Grafik ist komplett 3d. Die Telltale Engine hat sich wieder ein Stück weiterentwickelt. Die Figuren sind längst nicht mehr so grob wie bei Sam & Max Season 1. Die Animationen sind recht gelungen, auch die Hintergründe wissen zu gefallen. Dennoch sind auch die Schwächen in Form von eckigen Figuren nicht zu übersehen. Insgesamt sieht es einfach schön nach Monkey Island aus. Für langsame Computer gibt es die Möglichkeit das Spiel auf einer niedrigeren Stufe zu benutzen. (sehr nützlich :) ) Besonders gelungen sind der animierte Übergang zum Menü und der Übersichtskarte. Sehr gut.


Sound:

Monkey Island Musik von Michael Land - mehr muss man nicht sagen. Die orignal Stimmen von Guybrush und den meisten anderen Charakteren. Perfekt.

 


 

Steuerung:

MI5 - Bild 4Tja, nachdem der 4. Teil ja durch Abwesenheit von Maussteuerung "glänzte" kann man diesmal wieder mit Point & Click spielen. Es sei denn man muss laufen. Dann wäre wohl eher Drag & Hold passender. Um Guybrush zu bewegen muss man die Maustaste gedrückt halten und dann die Maus so bewegen, dass der erschienene Ringpfeil Guybrush den Weg weist. Das geht noch, aber dann muss man weiter auf der Taste bleiben, bis Guybrush am Ziel ist. Wenn man mal viel zu laufen hat (und das muss man im Labyrinth auf jeden Fall) ist das absolut nicht angenehm. Als Alternative bleibt dann nur die Tastatur per WASD Steuerung. Die ist etwas gewöhnungsbedürftig, weil sie immer absolut zum Betrachter, nicht relativ zu Guybrush die Richtung vorgibt. Auch die Kamaraführung ist nicht optimal. Oft rückt sie Guybrush unangenehm dicht auf den Pelz. Da geht jede Übersicht verloren.

MI5 - Bild 5Mehrere Aktionsverben sucht man vergeblich. Ein Klick auf den Gegenstand ist alles was an Interaktion mit der Umwelt möglich ist. (Außer Dialoge und Gegenstände benutzen) Das ist zu primitiv für ein Monkey Island Spiel. Immerhin hat Telltale jetzt die Möglichkeit zur Kombination von Inventargegenständen eingebaut. Das ist aber auch etwas umständlich geraten. Statt ein Item einfach auf das andere zu ziehen, muss man beide erst in die Fächer eines "Kombinierers" bewegen und diesen dann anwerfen.

Ein Hotkey zum Wechsel auf die Karte fehlt ebenso wie ein Hotspotanzeiger. Es gibt ein Hintsystem - das ich allerdings abgestellt habe. Daher kann ich nichts dazu sagen. Die Steuerung ist verbesserungswürdig.

UPDATE:

Es gibt doch einen Hotspotanzeiger. (F4 Drücken) Dieser funktioniert aber nur auf den drei höchsten Grafikstufen 7,8 und 9.


Rätsel:

MI5 - Bild 6Die Rätsel sind vergleichbar mit denen der Vorgänger. Also oft mehrteiltig. Man weiß jederzeit genau, was Guybrush tun muss. Nur eben nicht, wie. Es gibt auch wieder die praktisch schon Pflichteinlage eines Karten-Rätsels. Das bringt zwar ein Labyrinth mit sich, aber keine Panik, so groß ist es nicht - und es gibts je eine Karte :) An sich sind die Rätsel nicht zu leicht, aber durch die Ein-Click Steuerung, stolpert man quasi schonmal ganz von allein über die Lösung. Dadurch wirkt das Spiel manchmal zu leicht. Der Umfang stimmt - die erste Episode dauert ohne großes Feststecken etwa 4 Stunden. Sehr gut.


Atmosphäre:

Das Gefühl beim Spielen ist wie es sein muss. Witzige Dialoge, bekannte Charaktere, Anspielungen auf die Vorgänger, die schön verdrehte Piraten- und Voodoowelt. Alles ist am richtigen Platz. Für jeden Monkey Island Fan ein Volltreffer.


Fazit:

 

Was man bisher bei Tales of Monkey Island geboten bekommt überzeugt. Das Monkey Island Feeling ist sofort wieder da. Witz, skurile Charaktere, etwas Voodoo - alles ist vorhanden. Die original Musik und Sprecher tragen das Spiel. Die Story macht Lust auf mehr. Lediglich die Steuerung ist unausgegoren bzw. scheitert an den Grenzen der Telltale Engine.

 


Bewertung:

Negative Aspekte: Steuerung
Positive Aspekte: Witz, bekannte Charaktere, Atmosphäre

Bewertung MI5

Silberaward

Homepage:

http://www.telltalegames.com/monkeyisland

Publisher:

http://www.lucasarts.com/

Hersteller:

http://www.telltalegames.com/

Systemanforderungen: Windows XP / Vista, Processor: 2.0 GHz + (3 GHz Pentium 4 or equivalent rec.), Memory: 512MB (1GB rec.) Sound: DirectX 8.1 sound device, Video: 64MB DirectX 8.1-compliant video card (128MB rec.), DirectX®: Version 9.0c or better

geschrieben am 10.07.2009 von Ronny Oehlert


19.12.2009 - Zusatz nach dem Erscheinen aller Episoden:

Mittlerweile sind alle 5 Episoden der "Tales of Monkey Island" erschienen. Zeit für eine abschließende Bewertung und Ergänzungen zum Test von Episode 1.

Der erste Eindruck hat sich in den 4 weiteren Episoden bestätigt. Humor ist weiter Trumpf. Die Sprecher und die Musik sind exzellent und die Atmosphäre stimmt einfach. Ein großes Plus ist die (nun doch) Rückkehr von LeChuck Sprecher Earl Boen. Seine Textteile aus den ersten Episoden werden nachsynchronisiert. Die Handlung entwickelt sich über die Episoden hinweg wunderbar und bleibt dabei stimmig und spannend zugleich. Vom Umfang her spielen sich alle Abschnitte in 3 bis 5 Stunden. Insgesamt hat man also etwa 20 Stunden Spielvergnügen. Die Rückkehr weiterer bekannter Charaktere bereichert das Spiel zusätzlich.

Die Anspielungen auf die ersten Teile der Reihe (wobei auf Teil 4 eher selten Bezug genommen wird) sind zahlreich, so daß ich nur empfehlen kann, diese vor ToMI zu spielen. Die Rätsel sind klar struktoriert, oft MI-typisch mehrteilig, und einige sind wirklich sehr originell. Die Grafik überzeugt atmosphärisch, bei Animationen und Mimik, leidet aber unter Charaktermodell-Recycling, ungünstigen Kamerafahrten und zu groben Modellen. Die Steuerung kann schon mal nerven. Richtig daran gewöhnt habe ich mich nicht.

Fazit: ToMI ist ein würdiger Nachfolger in der Monkey Island Serie mit kleinen Macken. Dank origineller Rätsel und sehr guter Story gibt es einen Punkt mehr beim Gameplay.

Noch einige Updates zum Test:

- Die Episoden sind nun auch einzeln erhältlich - An einer deutschen Version wird derzeit gearbeitet

Ein Tipp noch: Wer alle Episoden am Stück spielt, dem empfehle ich sehr die vor Erscheinen der jeweiligen Folge erstellten Cartoons von Majus "I wonder what happens in Episode..." anzuschauen. Jeweils vor der entsprechenden Episode versteht sich. Zu finden sind die Clips bei Youtube und auf der Seite von Telltale. Wirklich sehr gut gemacht. In dem letzten Film wirkt sogar Smudo von den Fantastischen Vier mit. Wer so alles Monkey Island Fan ist...

geschrieben am 19.12.2009 von Ronny Oehlert

Screenshot-1-Monkey Island 5 - Tales of Monkey Island
Screenshot-2-Monkey Island 5 - Tales of Monkey Island
Screenshot-3-Monkey Island 5 - Tales of Monkey Island
Screenshot-4-Monkey Island 5 - Tales of Monkey Island
Screenshot-5-Monkey Island 5 - Tales of Monkey Island
Screenshot-6-Monkey Island 5 - Tales of Monkey Island


Weitere Links zum Spiel Monkey Island 5 - Tales of Monkey Island:

Monkey Island 5 - Tales of Monkey Island Newsarchiv
Monkey Island 5 - Tales of Monkey Island Screenshots

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Kommentar zu Test und Bewertung: Tales of Monkey Island

Kommentar von _Marc Helmker am 15.07.2009; 13:55:00 Uhr

Das Spiel ist echt toll. Um das Englisch besser zu verstehen, kann man die englischen Untertitel anschalten. So kann man alles nachlesen. :P

Kommentar zu Test und Bewertung: Tales of Monkey Island

Kommentar von _Timi am 15.07.2009; 22:54:38 Uhr

Ich schließe mich dem Test an. Wäre aber noch schöner gewesen, wenn man das Spiel gleich in mehreren Sprachen veröffentlicht hätte. Naja so schlecht ist mein Englisch aber auch nicht.

Kommentar zu Test und Bewertung: Tales of Monkey Island

Kommentar von _EightiesAngel am 16.11.2009; 15:56:22 Uhr

Ein Traum ist wahr geworden, dank Telltale Games =) Die Demo hat mir Lust auf mehr gemacht!

Kommentar zu Test und Bewertung: Tales of Monkey Island

Kommentar von _Todesreiter am 21.12.2009; 22:50:22 Uhr

"Noch einige Updates zum Test:
- An einer deutschen Version wird derzeit gearbeitet"

Ist das schon offiziell bestätigt?
Es wird zwar damit gerechnet das zum DVD-Release
zumindest mehrsprachige Untertitel verfügbar sind,
aber ein offizielles Statement hab ich noch nicht
gefunden.

Gruß

Todesreiter

P.S.: Einen deutschen Fansub für Episode 1
gibts bereits unter http://www.miforum.de

Kommentar zu Test und Bewertung: Tales of Monkey Island

Kommentar von _Ronny Oehlert am 23.12.2009; 13:40:38 Uhr

Nun ja halb offiziell zumindest.

http://www.telltalegames.com/forums/showthread.php?t=12373

Auf Deutsch kurzgefasst: Sobald die Arbeit an den Episoden beendet ist, (das wäre also jetzt) wird man sich mit den Übersetzungen in viele verschiedene Sprachen und Portierungen auf andere Plattformen beschäftigen. Telltale will die Übersetzungen genau so dringend fertigstellen, wie die Fans sie haben möchten.

Bisher waren alle Ankündigungen von Telltale sehr zuverlässig. Ich persönlich habe keine Zweifel, daß eine deutsche Version erscheinen wird. Die Frage ist nur wann.

hth,

Ronny

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