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Test und Bewertung: Mozart - Das letzte Geheimnis

STORY:

befriedigend - 5/10 Punkten

Berühmter Komponist in Prag

News: MozartIm Adventure "Mozart - Das letzte Geheimnis" spielt man den berühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart im Jahre 1788 in Prag. Der Musikus ist geschäftlich in der böhmischen Hauptstadt tätig, um die Aufführung seiner Oper "Don Giovanni" im Prager Nostiz-Theater zu beaufsichtigen und sich von seinen Geldsorgen zu befreien. Auch nutzt er die Gelegenheit, mit der Prager Freimaurerloge in Kontakt zu kommen - immerhin ist er selbst Freimaurer. Dabei wird er in eine Staatsverschwörung mit den Geheimgesellschaften der Freimaurer und Rosenkreuzer verwickelt und muss seinen Freund und Gönner Kaiser Joseph II. das Leben retten.

Mozart inmitten einer Verschwörung

Mozarts musikalisches und kriminologisches Abenteuer in Prag erstreckt sich über zwei Tage, die fortwährend in 18 Kapiteln erlebt werden. In einer nicht zu kurzen Spielzeit (im vorliegenden Test 12,5h) soll der Spieler "Mozarts letztes Geheimnis" lüften. Welches Mysterium um Mozart das sein soll, erschließt sich im Verlaufe des Adventures allerdings nicht. Vielmehr erscheinen die Ereignisse von Mozarts musikalischem Wirken in Prag, seine Freimaurermitgliedschaft und das Mordkomplott um den Kaiser eher zwanghaft miteinander verknüpft, flach, teilweise sogar irrsinnig. Auch wenn die Geschichte des Spiels mit historischen Fakten angereichert ist und somit eine gewisse Authentizität vermittelt, wirkt die Handlung unglaubwürdig. Ebenso mag der deutsche Titel im Vergleich zum französischen Original "Mozart - Die Verschwörer von Prag" so gar nicht passen.


GRAFIK:

befriedigend - 6/10 Punkten

NiMoz3cht mehr zeitgemäß

Auch wenn "Mozart" erst jetzt auf dem deutschen Markt erschienen ist, wurde die originale französische Version schon 2007 produziert. Das sieht man dem Adventure leider an, da die grafische Umsetzung einen etwas altbackenen Eindruck macht. Die Schauplätze im damaligen Prag sowie die zeitgenössische Kleidung der Charaktere wirken zwar authentisch und sind ebenso wie die Rätseldarstellungen ansprechend gezeichnet. Jedoch wirken die Spielszenen größtenteils trostlos, da die wenigen Animationen kaum Leben einhauchen. Hingegen warten die meisten Spielfiguren mit einer lebhaften und abwechslungsreichen Gestik auf. Abgesehen davon sind die Charaktere aber recht grob und steif dargestellt, ihre Mimik und Lippensynchronisation nicht besonders aufwendig und gegen Spielende teilweise gar nicht vorhanden. Die Ausleuchtung der zum Teil düsteren Schauplätze stellt von Zeit zu Zeit ein Problem dar, da nicht alles zu sehen ist und interaktive Elemente nur zufällig gefunden werden, z.B. in Mozarts Hotelzimmer.


SOUND:

befriedigend - 5/10 Punkten

Mozarts Werke verpuffenMoz1

Da das Adventure den Namen eines berühmten Musikers trägt und dieser noch dazu die Hauptrolle spielt, erwartet man selbstverständlich einen musikalischen Genuss. Hier wird der Spieler aber leider enttäuscht. Auch wenn Mozarts große Werke wie die "Die Zauberflöte", "Die Hochzeit des Figaro", "Don Giovanni" oder die "38. Sinfonie / Prager Sinfonie" und noch viele mehr im Spiel enthalten sind, ihr Einsatz wird nicht einmal ansatzweise der Genialität Mozarts gerecht: Die musikalische Untermalung setzt abrupt, willkürlich und mit extremen Lautstärkeschwankungen ein. Auch passt sie oftmals nicht zum Geschehen. Schade, dass hier so viel Potential verschenkt wurde, denn die Qualität der Musikaufnahmen ist hervorragend und kann bei pausierendem Spielgeschehen sowie in entsprechender Lautstärke ihre beeindruckende Wirkung durchaus entfalten.

Unpassende Vielfältigkeit

Mit den Sprechern kann "Mozart - Das letzte Geheimnis" bedauerlicherweise ebenso wenig punkten. Auch wenn die Stimmen und Akzente der Charaktere sehr vielfältig sind, passen sie in den meisten Fällen nicht zu den Spielfiguren und klingen oftmals sehr gekünstelt. Je öfter man mit einem Charakter spricht, je besser man ihn kennen lernt, desto verfehlter und weniger überzeugend ist die Sprachausgabe. Von Sympathie mit Mozart & Co. kann man also nicht sprechen. Ganz besonders furchtbar entstellt und lächerlich klingt die Stimme vom Papagei Papageno. Auch Mozarts Geräusch beim schnellen Laufen vor dem Hotel klingt mehr nach einem Pferdegalopp als Rennen. Witzig: Wenn Mozart eine Weile untätig herumsteht, kann es vorkommen, dass er eine seiner Melodien vor sich hin summt. Ansonsten werden Soundeffekte und Spielgeräusche jedoch sehr sporadisch eingesetzt. Zudem stimmen Dialogtext und Sprachausgabe ab und an nicht überein.


ATMOSPHÄRE:

mangelhaft - 4/10 Punkten

Stimmungstief

Eine besondere Spielatmosphäre vermag das virtuose Abenteuer trotz der grandiosen zugrunde liegenden musikalischen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart leider nicht schaffen. Einsame, leblose Schauplätze, wenig liebenswürdige, versteifte Charaktere, unpassende musikalische Untermalung können dem Prag des 18. Jahrhunderts kein Leben einhauchen und den Spieler ins Geschehen hineinversetzen. Positiv zu erwähnen ist, dass man Mozart auf einem im Raum befindlichen Pianoforte oder Cembalo spielen lassen und seinen Werken lauschen kann.


RÄTSEL:

gut 7/10

SinnvollMoz2e Rätselaufgaben

Der Virtuose hat in Prag reichlich Rätsel zu lösen, wobei nur ein lineares Vorgehen möglich ist. An einigen Dialogstellen hat der Spieler zwar Wahlmöglichkeiten für seine Antworten, z.B. ob er für oder gegen die Aufnahme eines Neulings in die Freimaurerloge ist, aber letztendlich führen sie immer zum selben Ergebnis. Im Spielverlauf kehren viele Personen und Orte immer wieder, z.B. das Hotel und Theater, die Freimaurerloge, und schaffen Vertrautheit. Einen dieser wiederkehrenden Charakteren, Ilan Havel, kann man an mehreren Stellen des Spiels sogar anstelle von Mozart steuern, wenn der Musiker gerade in der Patsche sitzt. Neben simplen Dialogen zum Beschaffen von Informationen werden ganz klassisch Gegenstände gesammelt, ggf. miteinander kombiniert und mit der Szenerie benutzt. Ein schönes Feature dabei: In einigen Fällen müssen Objekte im Inventar zuerst von einander getrennt werden, um sie weiterverwenden zu können, z.B. eine Lupe in die Linse und den Griff zerteilen. Ferner stehen einige logischen/mechanischen Rätsel an, wie die korrekte Anordnung von verschieden großen Zahnrädern, um eine Tempelsäule zu erbauen oder einen Zeitzünder zu entschärfen. Darüber hinaus müssen mehrfach die Beine von Skarabäusautomaten synchronisier werden, die eine wichtige Rolle in der Verschwörungsgeschichte spielen. Auch ein Glücksspiel darf nicht fehlen: Das Kartenspiel 31. Sämtliche Rätsel sind sinnvoll in die Handlung integriert.

Schwierige Minispiele wiederholen sich

Weiterhin existieren eine Vielzahl von Minispielen in den unterschiedlichsten Formen. Sie sind in jedem Fall eine Herausforderung, da sie keinerlei Anleitung enthalten, was wie zu machen ist. Oftmals erschließen sich deren Ziel, Mechanik und Logik erst nach einigem Probieren. Außerdem liegen immer wieder die gleichen Mechanismen zugrunde, so dass sich die Rätsel eigentlich ständig wiederholen - jedoch mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Die ohnehin schon schwierigen Aufgaben werden zunehmend so komplex, dass das Rätsellösen extrem zeitaufwendig (dadurch steigt schnell die Spieldauer), nervenaufreibend und sehr frustrierend bei Misserfolgen wird. Musikliebhaber, die sich zum ersten Mal an einem Adventure versuchen, werden daran sicherlich verzweifeln, vielleicht auch kläglich scheitern und sogar erfahrenen Genrespielern steht eine harte und leider nicht so abwechslungsreiche Minispielkost bevor.

Musikalisches Wissen mehr als vorteilhaft

Erwartungsgemäß gibt es musikalische Rätsel. So muss z.B. zweimal ein Cembalo richtig gestimmt werden - musikalisches Gehör oder die Fähigkeit, ein Tasteninstrument zu spielen, ist hierbei sehr von Vorteil. Auch müssen insgesamt sieben Partituren korrigiert werden, indem auf einem Notenblatt Noten getauscht werden. Auch wenn man sich dabei eine bestimmte Anzahl Fehlversuche leisten kann, ist man ohne Notenkenntnisse und ein Gespür, welche Tonfolgen zueinander passen, nahezu aufgeschmissen, da Raten aufgrund der Komplexität nicht zum Erfolg führt. Bei einer weiteren Variante müssen Zylinder in eine bestimmte Reihenfolge gebracht werden, damit z.B. einzelne Melodiestücke in der richtigen Abfolge abgespielt eine runde Melodie ergeben.

Geschicklichkeit von Nöten

Noch zwei andere Minispiele tun sich mit dem "Buch der Harmonien" auf. Dieses muss zu Spielbeginn erst gMoz5efunden werden und dient dazu, benötigte Freimaurer-Codes herauszufinden, wie die Uhrzeit für ein Treffen, ein Codewort oder andere geheime Nachrichten. Dabei wird leider immer (insgesamt 6x) das gleiche Prinzip angewandt: Zunächst muss der Spieler in einem Geschicklichkeitsspiel als Dirigent den Taktstock schwingen. Dazu ist eine ruhige Hand erforderlich, denn man muss mit dem Dirigentenstab einem sich bewegendem Kreis folgen und dabei im Kreis bleiben, der immer kleiner wird. Das wird immer schwieriger und nervt spätestens am Spielende, da dann so lange dirigiert werden muss, bis 5 Sterne erreicht sind - alles andere als einfach und sehr frustrierend für nicht ganz so geschickte Spieler. Nach dem Dirigieren sind Codewörter in einem Buchstabensalat zu finden. Je besser das Dirigieren war (1-7 Sterne, beliebig wiederholbar) werden mehr oder weniger Buchstaben aus dem Buchstabenwirrwarr entfernt, so dass die Lösung einfacher zu finden ist.


GAMEPLAY/STEUERUNG:

befriedigend - 6/10 Punkten

Einfache Bedienung

Mozarts letztes Geheimnis lässt sich als klassisches Point & Klick-Adventure erkunden und sehr einfach steuern. Hotspots werden bei Mouseover durch ein Icon hervorgehoben - auch diejenigen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt benutzt werden können. Deren Inaktivität wird durch graue Symbole signalisiert - allerdings nicht zuverlässig. Eine Hotspot-Anzeige gibt es nicht, wird aufgrund der relativ geringen Interaktionspunkte innerhalb einer Szene auch nicht benötigt. Verschiedene Symbole am Mauszeiger zeigen die Interaktionsmöglichkeiten (Lippen zum Sprechen, Zahnräder für Benutzen, Hand zum Aufnehmen, Füße für weiteren Szenenabschnitt, Tür für Szenenwechsel). Schade, dass jeweils nur eine einzige Aktion möglich ist. So reduziert dass sich das Betrachten und Kommentieren von Spielobjekten leider auf ein Minimum.

Unzuverlässigkeiten

Das Ablaufen einer Szene wird durch Steuerungsprobleme erschwert: Da eine verfügbare Szene meist größer ist als der auf dem Bildschirm angezeigte Bereich, muss an den Bildschirmrändern nach weiteren Szenenbereichen geschaut werden. Das sollte an dieser Stelle dann eigentlich der Mauszeiger durch ein Füße-Symbol anzeigen, aber dies funktioniert häufig nicht - ebenso wie der Klick auf einen Szenenausgang, dafür sind nicht selten mehrere Anläufe nötig. Manchmal bewegt sich Mozart bei Mausklick auch überhaupt nicht vorwärts. Für eine schnellere Bewegung Mozarts kann man ihn per Doppelklick schneller laufen lassen. Ein automatisches Verlassen der Szene hingegen ist nicht möglich, man muss Mozart beim Laufen immer zusehen. Ebenso lassen sich die Zwischensequenzen bedauerlicherweise nicht abbrechen, dafür aber alle Dialoge - auch die in den Videosequenzen. Die Dialogführung ist allerdings inkonsequent gestaltet: Nicht immer stellt Mozart eine Frage oder erzählt etwas zum ausgewählten Dialogthema. In diesen Fällen erzählt dann das Gegenüber einfach ohne Aufforderung oder Frage von Mozart darauf los.

Mozart führt Tagebuch

KomMoz4mt der Spieler im Geschehen einmal nicht mit, ist über seine aktuellen Aufgaben im Unklaren oder will sich nach einer längeren Spielpause wieder ins Spiel eindenken, schaffen kurze Zusammenfassungen der Ereignisse und Ziele in Mozarts Tagebuch Abhilfe. Laut Handbuch sollte das Tagebuch noch zwei weitere Informationsmöglichkeiten enthalten: Anekdoten über Mozart und den Zeitkontext sowie Hintergründe zu den Hauptfiguren. Diese fehlen jedoch komplett - vielleicht wurden sie aufgrund der nötigen Übersetzung aus der französischen Originalversion weggelassen? Dabei hätten sie sicherlich die Atmosphäre im Spiel verbessern können.

Einstellungssache

Am Nutzerinterface hätte zumindest in der deutschen Spielausgabe noch etwas gefeilt werden können: So fehlt z.B. eine Tastenbelegung für Menü/Optionen - der Zugriff ist nur über ein Icon möglich. Das Inventar kann auf zwar Wunsch am oberen Bildschirmrand jederzeit fixiert/gelöst werden (Einblendung ist standardmäßig per Mouseover), jedoch muss man diese Einstellung bei jedem Spielstart neu vornehmen - genau wie sämtliche Spieloptionen, die ebenfalls immer wieder auf die Standardeinstellungen zurückgesetzt werden. Die Umsetzung der Mausbewegung im Spiel ist teilweise unangenehm und verzögert, der Interaktionsradius bei einigen Objekten in Minispielen zu gering und daher schwer zu treffen.


FAZIT:

 

Das Adventure "Mozart - Das letzte Geheimnis" erfüllt nicht die Erwartungen, die der Name des Virtuosen weckt: Eine nur halbherzige Einbindung von Mozarts Werken wird seiner genialen Musik leider nicht gerecht, auch die Handlung wirkt aufgesetzt. Die Minispiele sind zwar einfallsreich und gut durchdacht, aber durch ihre ständigen Wiederholungen wenig abwechslungsreich und auf Dauer nervig. Zudem wird mehrfach recht viel musikalisches Wissen und Gehör sowie Geschicklichkeit vorausgesetzt. Durch den hohen und steigenden Schwierigkeitsgrad mancher Aufgaben treten immer häufiger Misserfolge auf, die auf Dauer stark frustrieren. Die Spielzeit wird durch die teilweise sehr zeitaufwendigen Rätsel unnötig in die Länge gezogen. Steuerungsprobleme trüben den Spielspaß im musikalischen Abenteuer etwas.

Negative Aspekte:

Die USK-Freigabe von 6 Jahren für Mozarts letztes Geheimnis hätte eher wie die Pegi-Alterseinstufung (12) sein sollen, denn das Spiel enthält durchaus gewaltsame Momente: Es werden mehrfach Personen niedergeschlagen (auch aktiv vom Spieler), einmal beschossen und sogar ein Toter ist zu sehen.


BEWERTUNG:

Mozart Bewertung

 Systemanforderungen:

Windows 7/Vista/XP
Pentium 4 mit 2,0 GHz oder 100% kompatibler Prozessor
512 MB RAM
DirectX-kompatible Grafi kkarte mit Pixel Shader 2
DirectX-kompatible Soundkarte
2 GB freier Festplattenspeicher
DVD-ROMLaufwerk
DirectX 9.0c

Homepage:

http://www.mozart-game.com/

Publisher:

http://www.justagame.com/

Hersteller:

http://www.game-consulting.com/

geschrieben am 01.07.2011 von Jana Gläßer.

Screenshot-1-Mozart: Das letzte Geheimnis
Screenshot-2-Mozart: Das letzte Geheimnis
Screenshot-3-Mozart: Das letzte Geheimnis
Screenshot-4-Mozart: Das letzte Geheimnis
Screenshot-5-Mozart: Das letzte Geheimnis
Screenshot-6-Mozart: Das letzte Geheimnis


Weitere Links zum Spiel Mozart: Das letzte Geheimnis:

Mozart: Das letzte Geheimnis Screenshots

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Kommentar zu Test und Bewertung: Mozart ? Das letzte Geheimnis

Kommentar von _Indy am 07.07.2011; 10:58:47 Uhr

A million thanks for posintg this information.

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