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Adventure Test: Ghost Pirates of Vooju Island

Spielhandlung:

befriedigend

News: Ghost Pirates of Vooju IslandGeisterpiraten? Da war doch dieser böse Geisterpirat LeChuck... Oh, nein, halt! Hier geht's ja gar nicht um die Piraten von Monkey Island, sondern um die "Ghost Pirates of Vooju Island"! Deren Abenteuer beginnt auf der düsteren Karibikinsel Vooju Island: Vooju-Priester Papa Doc, Piratin Captain Jane Starling und Smutje Blue Belly treffen hier zufällig aufeinander und fallen sogleich Papa Docs hinterhältiger Ehefrau Queen Zimbi zum Opfer: Sie werden von ihr mit einem Vooju-Fluch belegt und in Geister verwandelt. Auf der Suche nach ihren menschlichen Körpern decken die drei unfreiwillig miteinander Verbundenen die dunklen Machenschaften der Vooju-Priesterin Queen Zimbi auf und versuchen, deren Pläne zu vereiteln.

Im weiteren Spielverlauf verschlägt es die Abenteurer auf unterschiedliche Inseln, wo z.B, Blue Belly eine Meerjungfrau vor der Heirat mit einem Gouverneur retten muss, Jane Starling sich mit Skelettpiraten ärgert und Papa Doc bei den Azticlanern für Turbulenzen sorgt. Doch was das alles mit Queen Zimbis dunklem Plan zu tun hat, kann der Spieler nur schwer erschließen.

Den Spieler erwarten im Adventure drei Kapitel (mit insgesamt ca. 8h Spielzeit) voller Vooju-Magie, Mystik und fantasievollen Figuren, wie Meerjungfrauen, einem Leviathan-Seeungeheuer, Piraten, verfluchten Piraten-Skeletten, Zombies, Göttern und Tieren, z.B. Papagei, Wasserschwein, Jaguar.

Ghost  - 1Kapitel 1 und 2 haben eine ausgewogene Spielzeit - dabei wird in jedem Kapitel einmal mit jedem Charakter gespielt. Nach einem seichten Start gestaltet sich der zweite Teil sehr abwechslungsreich, mit vielen Dialogen, Entdeckungen und Handlungsorten. Im Übergang zum letzten Teil erfährt der Spieler viel zur Hintergrundgeschichte und es kommt langsam Licht ins Dunkel. Endlich gewinnt die Story an Fahrt! Dies wird aber abrupt unterbrochen, da Kapitel 3 mit seinen insgesamt ca. 25 Minuten viel zu kurz geraten ist! Die Geschichte des Vooju-Geister-Piraten-Abenteuers wird zu Spielende zwar nachvollziehbar und halbwegs zufrieden stellend aufgelöst, jedoch ist das Ende etwas dürftig. Das fehlende Outro lässt den Spieler mit der Frage im Regen stehen, ob denn da noch was kommt?!


Grafik:

gut

Ghost - 2Die Spielgrafik wird im Comicstil und zugleich in 3D dargestellt. Leider gibt es dabei nur zwei feste Auflösungen (1024x768 für 4:3 Monitore und 1280x800 für 16:10 widescreen). Für einen 1280x1024 Monitor ist beides nicht optimal und verfälscht dementsprechend die sonst tolle grafische Darstellung. Die farbenfroh gestalteten Szenen hinterlassen einen lebhaften und atmosphärischen Eindruck. Verstärkt wird das Ganze durch die großartig animierten Figuren, z.B. die Körperbewegung beim Klettern. Auch ist die Gestik der Charaktere schön anzusehen, z.B. als Kommodore Grimjaw ein Skelett schlägt und dessen Schädel durch die Luft fliegt. Leider dauern die Mundbewegungen stellenweise länger als die Sprachausgabe an. Auch treten manchmal an den Figuren kleine Grafikfehler auf. Diese fallen jedoch nicht so negativ auf wie die Fehlplatzierung eines Zombies, der plötzlich außerhalb des Netzes hängt, in dem er eingefangen wurde. Zudem sind die Videosequenzen etwas unscharf und die Dialogschrift ist bei mehrzeiligem Text aufgrund eines zu geringen Zeichen- und Zeilenabstandes schlecht lesbar.


Sound:

gut

Ghost - 3Standardmäßig ist die Lautstärke von Geräuschen und Musik sehr ausgewogen und angenehm eingestellt. Die Musik spielt dezent im Hintergrund, ist eher ruhiger und mystischer Natur, aber dennoch sehr abwechslungsreich. Leider will keine richtige Piratenstimmung aufkommen - man fühlt sich mehr in einer Voodoo-Welt, obwohl es sich im Adventure um Seeräuber dreht. Insgesamt ist der Sound von Vooju Island einfach nicht so mitreisend wie in anderen "Piraten"-Adventures, aber nichtsdestotrotz passend.


Atmosphäre:

gut

Ghost - 4Wer in "Ghost Pirates of Vooju Island" Karibikstimmung à la "Monkey Island" erwartet, wird leider enttäuscht, da das Adventure mehr Vooju- als Karibik-Flair aufweist. Das passt so jedoch einwandfrei mit Story, Charakteren und Rätseln zusammen. Die Atmosphäre wird aber durch verfremdete Begriffe beeinträchtigt: So wird beispielweise vom "Issessippi Delta" statt Missessippi Delta gesprochen. "Vooju" anstelle von Voodoo wird jedem sofort auffallen. Und die "Azticlaner" erinnern sowohl sprachlich, als auch kulturell an die Azteken. Auch der "Fliegende Engländer" erzeugt etwas Verwirrung, da der "Fliegende Holländer" schon eher bekannt ist. Warum solch eine Verschleierung betrieben wurde, ist völlig unklar, wirkt verwirrend und lässt unfreiwillig eine gewisse Distanz zum Spielgeschehen entstehen.


Rätsel:

gut

Ghost - 5Kaum sind die drei Helden des Adventures verflucht, steht der Spieler schon vor dem ersten Hindernis: Salz - denn eine Linie aus Salz versperrt den Geistern den Zugang ins Tempelinnere. So eigenartig es für einen Nichtkenner des Übernatürlichen vielleicht klingen mag: unsere drei Geister können nicht über das Salz gehen! Daher muss sich Papa Doc nun etwas ausdenken. Dafür könnten sich die Hühner in der Nähe als nützlich erweisen. Bei dem Versuch die Hühner zu nutzen fällt auf, dass man relativ viele Gegenstände anschauen kann und dabei von den drei Charakteren allerlei Kommentare anhören kann - mitgenommen werden können jedoch nur wenige Objekte. Dementsprechend fallen die Rätsel eher leicht aus, weil im Inventar nicht viel zum Benutzen zur Hand ist.

An späterer Stelle steht man vor der Herausforderung, ein Geheimfach mit kryptischem Code zu öffnen und freut sich auf ein Knobelrätsel. Aber Pustekuchen: Nach Herausfinden des Codes wird dieser von Jane automatisch eingegeben. Auch bei nachfolgenden Rätseln werden vom Spieler keine Detailaktionen verlangt und weder Geschicklichkeit noch Timing sind von Nöten. Die Spielfiguren nehmen einem diesen Rätselspaß ungefragt ab, z.B. einen Hebel am Kran im richtigen Moment bedienen, den Code vom Geheimfach anordnen, ein Schloss mittels Feilen à la Dietrichen öffnen. Wieso darf der Spieler nicht selbst zum Zuge kommen? Wir spielen doch ein Adventure und keinen interaktiven Film! Davon ausgenommen ist die Aufgabe, als Blue Belly einen gefälschten Brief mit einem Stein in das Zimmer der Braut Muriel werfen muss. Dafür ist etwas Übung und Geschicklichkeit erforderlich.

Die erste richtige Kopfnuss kommt in Form eines Pantomimen-Rätsels, bei dem Blue Belly einen gefangenen Schmuggler ausfragt, um das Rum-Versteck herauszufinden. Dabei muss der Spieler eine Auswahl von Pantomime-Bildern miteinander kombinieren. Anhand der Gestik des Gefangenen (Kopfschütteln/Nicken) erkennt der Spieler, ob er die richtige Kombination gefunden hat. Anfangs ist es schwierig, hinter die Logik des Rätsels zu steigen, da es keinerlei Informationen dazu gibt. Auch lässt sich die Bedeutung der Bilder nicht so einfach erahnen. Also ist mehrfaches Ausprobieren und etwas Logik gefragt. Die Idee ist jedenfalls originell! In dem sonst eher sehr kurzen Kapitel 3 gibt es für Jane noch einen Fechtkampf, der ähnlich dem Prinzip von Stein-Schere-Papier funktioniert: Unser Gegner Piratenkapitän Greenbeard lässt sich besiegen, indem man die richtigen Angriffssymbole auswählt. Dabei gibt es zu einem bestimmten Angriff immer nur einen korrekten Konter. Gelingen zweimal hintereinander drei Treffer, gibt sich Greenbeard geschlagen. Das System klingt ein wenig kompliziert, ist aber schnell zu durchschauen. Ghost - 6Falls für ein Rätsel doch erst einmal keine Lösung gefunden wird, kann an anderer Stelle weitergeforscht werden, da die Rätsel prinzipiell nicht linear gelöst werden müssen. Hinzu kommt, dass es pro Kapitel zahlreiche Handlungsorte mit mehreren Szenen gibt, an denen es viel zu entdecken gibt. Diese können zum Teil mit dem Voranschreiten im Abenteuer nicht mehr besucht werden. Alles in allem gibt es unterschiedliche Aufgaben, die aber keine große Herausforderung sind. Vor allem für erfahrene Adventure-Fans könnte das Spiel zu einem Comicfilm verkommen. Auch einige unlogische Rätsel schmälern den Spielspaß.


Gameplay:

gut

Ghost - 8Die Steuerung der Geisterpiraten von Vooju Island verhält sich insgesamt wie aus anderen Point-and-Click-Adventures gewohnt. Der Mauszeiger ist als Kreuz dargestellt, das sich verfärbt und leuchtet, wenn man über Gegenstände zeigt. Am Bildschirmrand wird der Mauszeiger zu einem Skelettfinger, der das Verlassen der Szene anzeigt. Sehr gut dabei: Ein Doppelklick verlässt sofort die Szene, ohne, dass die Figur erst dahin laufen muss. Mit der rechten Maustaste öffnet sich das Inventar, welches sich originell als Skelett mit aufgespannten Netz präsentiert, in dem die gesammelten Gegenstände liegen. In diesem Menü ist es auch möglich, nahezu jederzeit zwischen den drei Charakteren hin- und her zu wechseln. Die Figur, mit der gerade gespielt wird, ist farblich hervorgehoben. Beim Aufnehmen von Gegenständen erscheint ein Signal, wenn einer der Helden etwas dazu weiß. Zusätzlich geben Sie während des Spielens immer wieder Kommentare zum Geschehen von sich.

Über einen Linksklick auf einen Gegenstand und anschließend ein Charakterbild erhält der Spieler weitere Informationen. Das ist sehr nützlich, um unsere Helden um unterschiedlichen Rat zu fragen und Ideen für Rätsellösungen zu erhalten. Hingegen lässt ein Rechtsklick auf Objekte einen Totenschädel mit Zylinder erscheinen, der verschiedene Aktionen ermöglicht: Der Kiefer symbolisiert alle Aktionen, die mit dem Mund durchführbar sind, z.B. reden, essen, auflecken. Die Augenhöhlen sind zum Untersuchen und Anschauen da, während eine Hand im Zylinder jegliche Interaktion mit den Händen ermöglicht, wie etwas benutzen, aufnehmen oder schieben. Im Inventar sind aber nicht nur Gegenstände, sondern auch Ideen für Aktionen oder nützliche Gegenstände aufgelistet. Diese besitzen einen blauen Schimmer. JGhost - 9ane, Papa Doc und Blue Belly können vom Spieler zu diesen Ideen genauso wie bei den Gegenständen befragt werden. Etwas störend dabei: Sämtliche Kommentare und Dialoge im Spiel können nicht abgebrochen werden, was sich vor allem bei etwas längeren Konversationen negativ bemerkbar macht. Auch ist die Anordnung der Inventargegenstände immer wieder anders, so dass bereits gesammelte Gegenstände ärgerlicherweise immer an anderen Positionen zu finden sind. Die vorhandene Hotspot-Anzeige ist sehr nützlich, da es zahlreiche Stellen gibt, wo Interaktionen möglich sind. Diese Hotspots werden so lange angezeigt, wie man die Taste drückt. Allerdings muss die Hotspot-Taste erst einmal herausgefunden werden, denn es ist nicht die Leertaste, wie im Handbuch beschrieben, sondern die Tab-Taste! Im Spiel trifft man auf viele Figuren, mit denen auch Dialoge geführt werden. Dabei werden immer alle Auswahloptionen in der Dialogbox angezeigt und schon gewählte Punkte ausgegraut - diese sind jedoch nochmals auswählbar.

Eine richtig nette Idee ist, dass die Spielfiguren zwar nach dem 1. Kapitel wieder zu normalen Menschen werden, aber sich jederzeit wieder als Geist bewegen können. Sie lassen dabei ihren Körper zurück und schreiten fortan als Geist weiter. So können sie z.B. durch Wände gehen, aber die geistlose Hülle muss jedes Mal wiedergeholt werden. Einziger Haken dabei: Der Spieler hat keine Kontrolle, wann und ob dies geschieht, sondern das Spiel bestimmt, in welcher Situation dies erforderlich ist. Die Ladezeiten im Spiel sind an sich in Ordnung, aber das erstmalige Betreten einer neuen Szene dauert einen längeren Augenblick. Auch jedes weitere Betreten geht leider nur marginal schneller.


Fazit:

Das Spiel "Ghost Pirates of Vooju Island" ist ein modernes Point-and-Click-Adventure in hübscher 3D-Grafik, in dem sich eingefleischten Adventure-Spieler gleich wie zu Hause fühlen. Auch Neulingen sollte der Einstieg nicht schwer fallen, da intuitive Spielsteuerung und abwechslungsreiche Rätsel relativ leicht von der Hand gehen - für manche wohl zu leicht. Die Atmosphäre ermöglicht es dem Spieler, sich in die magische Voodoo-Piraten-Welt hineinzuversetzen. Aber zu hohe Erwartungen an Piraten und Karibik werden enttäuscht, da der Fokus des Adventures eher auf Voodoomagie liegt. Doch die Magie verschwindet schnell, da die Spielzeit mit ca. acht Stunden doch relativ kurz geraten ist. Zudem lässt das Finale den Spieler etwas ernüchtert sitzen.

Negative Aspekte: Hat der Spieler 2 Monitore angeschlossen, startet das Spiel immerzu auf dem falschen, also sekundären. Auch ist es mehrmals vorgekommen, dass nach dem Beenden des Spiels die Bildschirmauflösung nicht wieder korrekt wiederhergestellt wurde, was unerfahrene Nutzer erschrecken könnte. Abhilfe: den 2. Monitor deaktivieren. So wie es die PEGI-Symbole auf der Spielschachtel schon andeuten, enthält das Adventure vulgäre Sprache: Fluchen und schlechte Reden sowie sexuelle Anspielungen sind an der Tagesordnung. Die PEGI-Einstufung ab 12 Jahre ist nachvollziehbar, aber die Freigabe der USK ab 6 Jahren scheint fernab jeder Vernunft. Obwohl "Ghost Pirates of Vooju Island" mit vielen Witze und Anspielungen aufwartet, sind diese jedoch eher flach und bringen den Spieler nur leicht zum Schmunzeln.


Ghost Pirates Bewertung

Systemanforderungen:

Windows XP/Vista

P4 1.8 GHz, AMD kompatibel, Intel Core2Duo

Grafik: DirectX kompatibel, 256MB

1024 MB RAM

4.0GB Festplatte

Newsarchiv

Trailer

Homepage: http://www.ghost-pirates.de/

Publisher: http://www.dtp-entertainment.com/

Hersteller: http://www.amegames.com/

Spiel kaufen

Test zu "Ghost Pirates of Vooju Island" geschrieben am 31.10.2010 von Alexander Stein und Jana Gläßer

 

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Screenshot-2-Ghost Pirates of Vooju Island
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Weitere Links zum Spiel Ghost Pirates of Vooju Island:

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Kommentar zu Adventure Test: Ghost Pirates of Vooju Island

Kommentar von _Gast am 02.11.2010; 22:10:59 Uhr

Das Spiel ist schon fast seit einem Jahr auf dem Markt und ihr bringt jetzt den Test? Das hättet ihr euch echt sparen können.

Kommentar zu Adventure Test: Ghost Pirates of Vooju Island

Kommentar von _Uwe am 03.11.2010; 08:59:41 Uhr

Und was ist mit den Leuten, welche sich das Spiel vom letzten Jahr jetzt vor Weihnachten zum reduzierten Preis kaufen wollen?

Kommentar zu Adventure Test: Ghost Pirates of Vooju Island?

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